Forschungsverbund Linguistik - Bioinformatik
Forschungsverbund Linguistik - Bioinformatik
N.B. Dieses Projekt ist ausgelaufen. Die Information auf dieser Seite gibt den letzten Stand des Projekts wieder und kann teilweise veraltet sein. Für Nachfragen bitte Prof. Dr. Anke Lüdeling kontaktieren.Ziel
Linguistik und Bioinformatik haben überschneidende Fragestellungen vor allem in zwei Bereichen: der Erarbeitung, Modellierung und Speicherung komplexer Annotationen auf Zeichenketten, sowie der vergleichenden Analyse von Zeichenketten zur Ermittlung von Änderungsprozessen in historischen Zeiträumen. Ziel des Forschungsverbundes ist es, Methoden und Erkenntnisse aus dem Bereich Biologie/Bioinformatik auf den Bereich Linguistik/Korpuslinguistik zu übertragen und umgekehrt.
Beschreibung
Genau wie die Linguistik/Korpuslinguistik steht auch die Biologie/Bioinformatik vor der Aufgabe, grosse Mengen von Zeichenketten zu analysieren und zu verarbeiten. Die Zeichenketten sind mit Metadaten zu versehen und in Datenbanken abzulegen und einer Vielzahl von Benutzern mit unterschiedlichen Interessen zugänglich zu machen. Während die Bioinformatik diese Zeichenketten (genomische DNA) unter anderem mit dem Ziel untersucht, ähnliche Teilzeichenketten zu finden, um beispielsweise die Verwandtschaftsbeziehungen von Genen oder Spezies aufzuklären, analysiert die Linguistik Zeichenketten (Wörter, Sätze und Texte) mit dem sehr ähnlichen Ziel, Verwandtschaft zwischen Sprachen und Transformationsprozesse von lexikalischen und grammatischen Strukturen (Sprachwandel) zu verstehen. Beide Forschungsgebiete sind heute undenkbar geworden ohne modernste Methoden der Informatik, stellen andererseits die Informatik aber auch vor neue und interessante Fragestellungen, beispielsweise im Bereich der Mustersuche in Strings (Bioinformatik) oder des maschinellen Textverstehens (Linguistik).
Organisation
Das Netzwerk wird auf mehreren Ebenen gebildet und gestärkt. Eine wichtige Ebene ist die gemeinsame Forschungstätigkeit in Projekten wie dem Historischen Referenzkorpus des Deutschen. Eine weitere sehr wichtige Ebene ist die Nachwuchsförderung. Dies umfasst sowohl die gemeinsame Betreuung von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen, die gezielt an die Schnittstelle der etablierten Forschungsbereiche herangeführt werden, als auch die disziplinübergreifende Ausbildung von Studierenden durch gemeinsame Seminare und Vorlesungsreihen. Auf diese Weise soll eine neue Wissenschaftler- und Entwicklergeneration herangebildet werden, die in der Lage ist, ihre Disziplinen unter einen neuen erweiterten Perspektive zu betreiben. Der gezielt verfolgte und schrittweise umgesetzte Aufbau des Kooperationsgefüges über die Humboldt-Universität und die Grenzen der Berliner Universitäten hinaus ist ein wichtiges Anliegen des Forschungsverbundes.
Förderung
Der Forschungsverbund Linguistik - Bioinformatik an der Humboldt-Universität zu Berlin wird gefördert durch
Beteiligt sind das Institut für deutsche Sprache und Linguistik (Prof. Lüdeling und Prof. Donhauser) sowie das Institut für Informatik (Prof. Leser).
MitarbeiterInnen
| ProjektleiterInnen | Prof. Dr. Ulf Leser Prof. Dr. Anke Lüdeling Prof. Dr. Karin Donhauser |
| wiss. MitarbeiterInnen | Sonja Linde |
| studentische Hilfskraft | Emil Kroymann |