Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Deutsch in multilingualen Kontexten

Forschung

Research Unit "Emerging Grammars in Language Contact Situations: A Comparative Approach"

Die Forschergruppe „Emerging Grammars in Language Contact Situations: A Comparative Approach“ (kurz „RUEG“) untersucht die sprachlichen Systeme und sprachlichen Ressourcen bilingualer Sprecher:innen aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte, sogenannter „Heritage Speakers“, in ihren beiden Sprachen (Heritage- und Majoritätssprache) in formellen und informellen, geschriebenen und gesprochenen Kommunikationssituationen. Die Untersuchung nimmt eine dezidiert Kompetenz- statt „Fehler“-orientierte Perspektive auf sprachliche Repertoires ein, indem sie nichtkanonische Phänomene als mögliche Hinweise auf neue grammatische Optionen prüft und sprachstrukturell analysiert.

Wir erfassen Sprecher:innen mit den Heritage-Sprachen Russisch, Türkisch und Griechisch in Deutschland und den USA und Deutsch als Heritage-Sprache in den USA sowie analoge Kontrolldaten monolingualer Sprecher:innen für Majoritäts- und Heritage-Sprachen. Daten werden in einer einheitlichen Methodik zur Elizitation natürlicher Sprachdaten in verschiedenen Registern („Sprachsituationen“) erfasst, in ein gemeinsames Korpus integriert und in enger Zusammenarbeit der verschiedenen Teilprojekte komparativ analysiert.

Wir erwarten als Ergebnis der gemeinsamen Arbeit neue Erkenntnisse zur besonderen Dynamik von Sprachvariation, Sprachwandel und sprachlichen Repertoires in Kontaktsituationen und der Modellierung nichtkanonischer Strukturen im grammatischen System und neue Impulse zur Untersuchung von Heritage-Sprecher:innen und sprachlichen Ressourcen generell.

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"Register perception in a multilingual context of German: Differentiation, awareness, and attitudes" (Projekt C07 im SFB 1412 - Register)

Das Projekt untersucht, wie formelle und informelle Register im multilingualen Kontext des Deutschen in Namibia wahrgenommen werden. Mittels korpuslinguistischer und experimenteller Methoden werden Aspekte der Registerdifferenzierung (z.B. Welche Registervarianten des Deutschen entstehen in multilingualen Settings?), Wahrnehmung/Bewusstsein (z.B. Welche linguistischen Variablen nutzen Hörer:innen/Leser:innen in der Wahrnehmung von Registerunterschieden?), und Einstellungen gegenüber verschiedenen Registern (z.B. Welche Rolle spielen verschiedene linguistische Variablen bei sozialen Bewertungen und Assoziationen bei der Registerwahrnehmung?) untersucht.

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Namdeutsch: Die Dynamik des Deutschen im mehrsprachigen Kontext Namibias

Projekt in Kooperation Potsdam/Berlin - Windhoek (DFG)

Das Forschungsprojekt in deutsch-namibischer Kooperation untersucht und erfasst das Deutsche im gegenwärtigen Namibia, das durch eine vitale Sprechergemeinschaft gestützt wird, die in Sprachkontakt mit Afrikaans, Englisch und afrikanisch-namibischen Sprachen steht. Das Projekt befasst sich mit Sprachstruktur, Registervariation und Spracheinstellungen in der deutschsprachigen Gemeinschaft in Namibia.

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"Integration sprachlicher Ressourcen in hochdiversen urbanen Kontexten, die die Grenzen der Variabilität ausloten" (Projekt A01 im SFB 1287 - Limits of Variability in Language)

Das Projekt untersucht den mehrsprachigen Kontext eines urbanen Straßenmarktes, auf dem Sprecher:innen regelmäßig auf eine große Bandbreite sprachlicher Ressourcen zugreifen. Während bisherige Forschungen zu solchen Kontexten die charakteristische Diversität und Fluidität fokussierten, wird unsere Untersuchung auf Stabilität abheben und von der Hypothese geleitet werden, dass die beobachtbare und mitunter chaotisch anmutende Variabilität keine Beliebigkeit etabliert, sondern durch systematische Muster und Restriktionen beschränkt wird. Um diese Variabilität ebenso zu erfassen wie ihre Beschränkungen, kombinieren wir ethnographische und soziolinguistische Methoden mit grammatischer Analyse und theoretischer linguistischer Modellierung.

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