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Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Sprachgeschichte

Nichtstrukturelle Kasus (DFG, 2001-2007)


 

Forschungsprojekt

  • Nichtstrukturelle Kasus
  • Projektleiter:
    Prof. Dr. Karin Donhauser (HU Berlin)
    Prof. Dr. Gisbert Fanselow (Universität Potsdam)
  • Projektmitarbeiter: Dr. Susann Fischer (bis 5/2003), Dr. Arthur Stepanov, Dr. Luka Szucsich
  • Fördereinrichtung: DFG, 2001–2007

 

Kurzbeschreibung

Ziel des Projekts ist es, eine Theorie der nichtstrukturellen Kasus im Rahmen der generativen Syntax zu entwickeln. Einerseits sollen für die Zuweisung nichtstruktureller Kasus (Partitiv, partitiver Genitiv, bestimmte Dative usw.) semantische Faktoren wie u.a. Definitheit, Modalität und Direktionalität sowie thematische Muster von Verben ergründet und in Regeln gefasst werden, andererseits soll geklärt werden, ob sich nicht auch für die sog. lexikalisch bedingten Ausnahmekasus (Dativ statt Akkusativ, nicht-kanonischer Subjektkasus statt Nominativ) auf der Basis entsprechender Faktoren zumindest in der Tendenz einschlägige Regeln finden lassen. Da "nichtstrukturelle Kasus" eine sehr heterogene Menge von Phänomenen darstellen, besteht ein erstes Ziel des Projektes darin, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen herauszuarbeiten.

Ein zweites Ziel besteht darin, in beiden primär bearbeiteten Bereichen (semantisch bedingte und idiosynkratische Kasus), die historische Bedingtheit von synchronen Kasusmustern zu erschließen. Idiosynkratische Kasus erweisen sich oft als regelhaft, wenn man die diachrone Perspektive einbezieht.

Drittens soll das Projekt die diachrone Entwicklung von nichtstrukturellen Kasus am Beispiel des adverbalen Genitivs im Deutschen im Vergleich zu slawischen Sprachen detailliert analysieren, um Wandelvorgänge zu rekonstruieren, und sie für die Beschreibung von synchronen Regelsystemen explikativ zu nutzen.

Das Projekt wählt synchrone und diachrone Zugänge in aufeinander abgestimmter Form. Die Detailuntersuchungen konzentrieren sich auf wenige europäische Sprachen, für empirische Sondierungen ist aber als Datenbasis ein weiteres Sprachenspektrum vorgesehen. Zusammengefasst: der mit dem Terminus "nichtstruktureller Kasus" nur vage umschriebene Bereich soll auf Phänotypik, grammatischen Status und sich abzeichnende Entwicklungstendenzen untersucht werden.

 

Publikationen des Projekts

Fanselow, Gisbert (2002), "Quirky Subjects and other Specifiers". In: Ingrid Kaufmann & Barbara Stiebels, More Than Words. 227-250. Berlin Akademie Verlag 2002.

Fischer, Susann & Joanna B_aszczak (2001), "Diachronic Perspective of Quirky Subjects". In: Peri Bhaskararo (ed.), Working Papers of the International Symposium on "Non-nominative Subjects", 42-56.Fischer, Susann (2003a), "Overidden Specificity". In: Klaus von Heusinger & Georg Kaiser Georg A. (eds.), Proceedings of the Workshop "Semantic and Syntactic Aspects of Specificity in Romance Languages", Arbeitspapier 113, Fachbereich Sprachwissenschaft, Universität Konstanz.

Fischer, Susann (2003b). "Rethinking the Tobler-Mussafia Law: Data from Old Catalan", In: Diachronica, 20.2.

Fischer, Susann (2004). "The diachronic relationship between Quirky Subjects and Stylistic Fronting" In: Peri Bhaskarao and K.V. Subbarao (eds.), Non-Nominative Subjects. Amsterdam: John Benjamins.

Fischer, Susann (2004). "Partitive/Genitive in Russian and Polish: An empirical study on case alternation in the object domain", LiP 21.

Stepanov, Arthur (2002), "Derivational properties of inherent Case", bei Linguistic Inquiry.

Stepanov, Arthur. (2003)."On the 'quirky' difference Icelandic vs. German: A note of doubt". In: Christer Platzack (ed.), Working papers in Scandinavian syntax 71, 1-32. Lund University.