Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Deutsch in multilingualen Kontexten

Abgeschlossene Projekte

Namdeutsch

Das Forschungsprojekt in deutsch-namibischer Kooperation setzt sich zum Ziel, das Deutsche im gegenwärtigen Namibia zu erfassen und zu untersuchen.

Grenzen der Variabilität: Integration sprachlicher Ressourcen in hochdiversen urbanen Kontexten (SFB 1287, A01)

Das Projekt untersucht den mehrsprachigen Kontext eines urbanen Straßenmarktes, auf dem Sprecher:innen regelmäßig auf eine große Bandbreite sprachlicher Ressourcen zugreifen. Während bisherige Forschungen zu solchen Kontexten die charakteristische Diversität und Fluidität fokussierten, wird unsere Untersuchung auf Stabilität abheben und von der Hypothese geleitet werden, dass die beobachtbare und mitunter chaotisch anmutende Variabilität keine Beliebigkeit etabliert, sondern durch systematische Muster und Restriktionen beschränkt wird. Um diese Variabilität ebenso zu erfassen wie ihre Beschränkungen, kombinieren wir ethnographische und soziolinguistische Methoden mit grammatischer Analyse und theoretischer linguistischer Modellierung.

DAAD-Gastlehrstuhl „The Multilingual Lexicon“

Der Gastlehrstuhl „The Mulilingual Lexicon“ wurde in Kooperation der Potsdamer Zentren „Sprache, Variation und Migration“ (Heike Wiese) und „Research Institute for Multilingualism“ (Harald Clahsen) organisiert. Er diente als Fokuspunkt für drei Masterstudiengänge (International Master's / Doctoral Program Experimental and Clinical Linguistics; Linguistik: Kommunikation - Variation – Mehrsprachigkeit; Fremdsprachenlinguistik) und verstärkte fakultätsübergreifend den sprachwissenschaftlichen Schwerpunkt „Mehrsprachigkeit“, der durch den Lehrstuhl ein besonderes internationales Profil erhalten hat.

Deutsch kreativ im mehrsprachigen urbanen Raum: Jugendsprache in Berlin und Windhoek

Das Projekt fördert den Aufbau einer deutsch-namibischen Kooperation, deren Ziel die gemeinsame Forschung zur Entwicklung des Deutschen in mehrsprachigen Kontexten ist, mit einem Fokus auf Berlin und Windhoek als zwei urbanen Zentren in Deutschland bzw. Namibia mit ausgeprägt multilingualen deutschsprachigen Sprechergemeinschaften, und mit einem gemeinsamen Schwerpunkt auf der sprachlich besonders kreativen Gruppe der jugendlichen Sprecher:innen.

Das Kiezdeutsch-Korpus. Analysen an der Peripherie

Projekt B6 im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 632 "Informationsstruktur" der Universität Potsdam und der Humboldt-Universität zu Berlin. Das Projekt baut auf den Ergebnissen von B6 „Grammatische Reduktion und informationsstrukturelle Präferenzen in einer kontaktsprachlichen Varietät des Deutschen: Kiezdeutsch“ auf und konzentriert sich dabei auf Korpusaufbereitung und -analysen.

Aus- und Fortbildungsmodule zur Sprachvariation im urbanen Raum: Dialekte, Mehrsprachigkeit und die Frage nach dem "richtigen Deutsch"

Das Projekt dient dem Transfer von Forschungsergebnissen aus dem Bereich „Sprachvariation im urbanen Raum“ in den Bildungssektor. Übergeordnetes Ziel ist die Entwicklung multimedialer Materialien für neuartige Ergänzungsmodule in der Aus- und Fortbildung sozialer Akteure, die Schlüsselfunktionen für Bildungsbiographien von Kindern und Jugendlichen einnehmen und darüber hinaus als deutungsmächtige Akteure und Multiplikatoren für Sachargumente fungieren, nämlich Lehrer:innen im Primar- und Sekundarbereich sowie Erzieher:innen im frühkindlichen Bildungsbereich staatlicher Einrichtungen der Kindertagesbetreuung.

"Lassma Sprache erforschen" - Kiez goes Uni

Kreuzberger Schüler:innen erforschen Sprachvariation und Mehrsprachigkeit mit der Potsdamer Germanistik: Schüler:innen aus drei Schulen in Berlin-Kreuzberg führen Forschungsprojekte zu Sprache, mehrsprachigem Sprachgebrauch und urbaner Sprachvariation in Zusammenarbeit mit Germanist:innen der Universität Potsdam durch. Die kooperierenden Schulen haben einen Anteil von über 80% Schüler:innen nicht-deutscher Herkunftssprache und liegen in Einzugsgebieten, die in der öffentlichen Diskussion oft als „sozialer Brennpunkt“ angesehen werden.

Infoportal Kiezdeutsch

Dieses Webportal macht sprachwissenschaftliche Ergebnisse zu Kiezdeutsch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Es liefert Sachargumente für die Diskussion, stellt sprachliche Beispiele bereit, die die grammatische und lexikalische Produktivität dieser Varietät illustrieren, und bietet auf dieser Basis Handreichungen für Schülerprojekte zur grammatischen Analyse von Kiezdeutsch an.

Linguistic Realities of Young People in Multiethnic Urban Europe

Das Projekt etablierte einen gemeinsamen Forschungskontext für Arbeitsgruppen mit Forschungsschwerpunkten zu den sprachlichen Praktiken Jugendlicher in multiethnischen urbanen Wohngebieten, den Einstellungen gegenüber diesen Praktiken und den Anschauungen, die in der öffentlichen Diskussion hierzu deutlich werden. Es brachte die Bereiche Sprachstruktur, Sprachgebrauch, und Sprachideologie zusammen.

Kooperation mit der Yale University

Das Projekt unterstützte und unterstützt die Kooperation meiner Arbeitsgruppe mit der Maria M. Piñangos, Lehrstuhl für Psycho- und Neurolinguistik des Linguistics Department der Yale University, USA. Im Rahmen der Kooperation wurden bereits mehrere gemeinsame Studien zum Bereich der Schnittstelle Grammatik / Konzeptuelles System durchgeführt, gemeinsame Konferenzbeiträge und Aufsätze verfasst sowie ein Austausch fortgeschrittener Studierender in Form von „Lab internships“ organisiert.

Sprachspezifische Auswirkungen auf die Konzeptualisierung im Bereich lexikalisierter Komposita

Gegenstand des Projekts waren sprachlich bedingte Unterschiede in der Konzeptualisierung von Referenten exozentrisch-metaphorischer Komposita des Typs deutsch ‚Schildkröte’ oder englisch ‚hedgehog’. Die Untersuchung fußte auf einer Analyse morphosyntaktischer und morphosemantischer Repräsentationen in der Wortbildung. Im Rahmen des Projekts wurden deutsche Muttersprachler:innen mit solchen des Englischen (US-Amerikanischen) verglichen.

The Architecture of the Mental Lexicon in Language Comprehension

Gegenstand des Projekts war eine sprachvergleichende Untersuchung (Deutsch, Englisch, Spanisch, Persisch) zur Repräsentation lexikalischer Einheiten in der Sprachverarbeitung, die psycholinguistische Evidenz zum Zugriff auf grammatisch-semantische Merkmale in Abgrenzung von generell-konzeptuellen und syntaktischen Merkmalen lieferte.